Metallanalyse

Eine Metallanalyse wird durchgeführt, um die Zusammensetzung der Edelmetalle zu prüfen, also um zu verifizieren, dass das Metall so rein ist wie angegeben. Die Prüfer sind oft unabhängig von der Scheideanstalt bzw. Prägestätte und arbeiten mit verschiedenen großen privaten und staatlichen Prägeanstalten zusammen.

Wenn Ihr Edelmetallbarren diesen Prozess durchlaufen hat, liegt ihm eine Karte oder ein Zertifikat bei. Der Barren kann dabei in einer versiegelten Verpackung mit sichtbarer Prüfkarte ausgeliefert werden, wie beispielsweise die meisten Produkte von PAMP, oder mit separatem Prüfzertifikat. In jedem Fall sollte das Zertifikat die nachgewiesene Feinheit zeigen und auch die einmalige Seriennummer angeben, wodurch das Dokument zusätzliche Authentizität erhält.

Eine Metallanalyse erhöht den Wert eines Edelmetallbarrens, da sie dessen Feingehalt und die Echtheit des Produkts garantiert. Aus diesem Grund ist der Aufschlag für solche Barren oft etwas höher und sie sind leichter wieder zu verkaufen.

Geschichte der Metallanalyse

Die Menschen fördern Edelmetalle schon seit Tausenden von Jahren, und während das Prüfen der Metallzusammensetzung ein eher modernes Verfahren zu sein scheint, existieren gewisse Analysemethoden bereits seit mehr als 2000 Jahren.

Es gibt sogar eine Bibelpassage, die dieses Thema erwähnt und sich offenbar auf die Feuermethode bezieht. Weitere Details zur Metallanalyse tauchen in europäischen Texten ab dem 12. Jahrhundert auf, während in Frankreich um diese Zeit herum ebenfalls die Methode des Punzierens aufkam.

In den Vereinigten Staaten gab es nie ein offizielles Punzsystem, aber Metallanalysen wurden praktisch in der gesamten Landesgeschichte vorgenommen. In den 1880er Jahren schickten die Goldschürfer ihre wertvollen Funde zu den Prüflaboren in New York, Arkansas, Louisiana und Denver, um nur einige zu nennen. Das älteste Analyselabor befand sich in der Philadelphia Mint, welche 1792 gegründet wurde und heute noch in Betrieb ist.

Der analyseprozess

Das genaue Analyseverfahren ist oft abhängig davon, welches Metall überprüft werden soll, aber auch das Produkt selbst kann eine Rolle spielen. In jedem Fall beginnt die Analyse mit einer Probenahme durch den Prüfer. Oft wird die Probe schon während der Herstellung dem flüssigen Metall entnommen, aber auch vom gegossenen Barren kann noch ein Span entnommen werden.

Anschließend wird eine von verschiedenen Techniken verwendet, um die Qualität des Metalls zu bestimmen:

  • Nass: Es gibt drei Arten der nassen Metallanalyse: volumetrisch, elektrolytisch und gravimetrisch. Silber wird üblicherweise mit der gravimetrischen Methode geprüft. Dabei wird die Probe in Salpetersäure aufgelöst, bevor eine Salzlösung hinzugefügt wird. Es bildet sich eine weiße Trübung, die dann analysiert wird.
  • Trocken: In diesem Verfahren wird die Probe zusammen mit verschiedenen Chemikalien erhitzt und es entsteht ein als Schlacke bezeichnetes Abfallprodukt, welches sich von den reinen Metallen absetzt. Diese Metalle werden anschließend analysiert. Sowohl Gold als auch Silber können auf diese Weise geprüft werden.
  • Feuer: Dabei handelt es sich um ein sehr altes, aber destruktives Verfahren. Es ist akkurat, aber zeitaufwendig. Bei dieser Prüfmethode wird die Probe zusammen mit einem Schmelzmittel und einer Kohlenstoffquelle erhitzt. Dabei kommt es zu einer chemischen Reaktion, die das Metall abtrennt und es dem Prüfer ermöglicht, dessen Qualität zu bestimmen. 
  • Spektrograph: Bei diesem Prozess wird ein Lichtstrahl durch die Probe gesendet und die Prüfer analysieren die Lichtstärke, um die Reinheit des Metalls zu kontrollieren.
  • Röntgenfluoreszenz: Diese Technik ist nicht so exakt wie die Feuerprobe, aber viel schneller und das Material wird dabei nicht zerstört. Die Probe wird bestrahlt und der Prüfer analysiert die Röntgenstrahlen, die sie aussendet.

Wo können sie prüfzertifikate finden?

Die Prüfzertifikate oder -karten werden normalerweise direkt mit den Anlagebarren geliefert und sind typisch für alle Edelmetallbarren in Anlagequalität. Sie haben sich zum Standard entwickelt, weil Barren oft deutlich größer sind als Münzen und meist von privaten Unternehmen hergestellt werden, sodass die Investoren eine zusätzliche Sicherheit zu schätzen wissen. Münzen einer Sonderausgabe, Gedenkmünzen oder andere hochwertige Münzen werden manchmal ebenfalls mit Prüfzertifikat geliefert, bei Anlagemünzen ist das jedoch selten, da die Auflagen hier hoch sind und kaum je Zweifel an der Echtheit aufkommen. Auch hochwertige Sondermünzen werden meist eher mit einem Echtheitszertifikat geliefert.

Echtheitszertifikate

Ein Echtheitszertifikat ist zwar ähnlich, aber nicht das gleiche wie ein Prüfzertifikat. Es beweist die Herkunft des Produkts, aber der Prozess ist nicht so gründlich wie bei einem Prüfzertifikat, und es wird selten zusammen mit dem Produkt versiegelt. Dennoch ist ein Echtheitszertifikat die nächstbeste Garantie, wenn kein Prüfzertifikat erhältlich ist.

In manchen Fällen liegt Gold- und Silberprodukten in Anlagequalität gar kein Zertifikat bei. Wenn das Produkt von einer renommierten Scheideanstalt stammt, die Mitglied der LBMA ist oder deren Barren von der COMEX als „Deliverable“ zertifiziert sind, sollte das jedoch kein Problem sein. Auch hier bei Goldbroker verkaufen wir teilweise Barren, denen weder ein Prüf- noch ein Echtheitszertifikat beiliegt, aber wir stellen sicher, dass alle angebotenen Produkte von einer renommierten, lizensierten Scheideanstalt stammen und garantieren die Authentizität jedes einzelnen Artikels.