Was ist die COMEX?

Die COMEX ist der größte Handelsplatz für Goldfutures (Terminkontrakte) und eine Tochtergesellschaft der Chicago Mercantile Exchange, kurz CME. COMEX steht für “Commodity Exchange” und neben Gold werden hier auch andere Metalle wie Silber, Aluminium und Kupfer gehandelt.

Die COMEX hat ihren Sitz in den Vereinigten Staaten, aber Trader aus der ganzen Welt kaufen und verkaufen hier Futures, und die Preise und Handelsaktivitäten dieser Börse spielen eine zentrale Rolle für den globalen Edelmetallmarkt.

Seit 1982 werden hier Goldfutures gehandelt, wobei die Börse bereits 1933 gegründet wurde. 1994 fusionierte die COMEX mit der NYMEX (New York Mercantile Exchange) und operiert nun als Division letzterer vom gemeinsamen Sitz im World Financial Center in Manhattan aus. Beide Börsen gehören zur CME Group. Auf diesem Markt werden täglich etwa eine halbe Million Terminkontrakte gehandelt, was ihn zu einem der aktivsten Handelsplätze weltweit macht.

Physische lieferung

Obwohl die Trades an der COMEX von einem physischen Produkt gedeckt sind, kommt es selten wirklich zum Austausch von Edelmetallen. Die meisten Geschäfte werden schlicht auf Grundlage eines Versprechens und dem Wissen, dass das Metall tatsächlich existiert, geschlossen. Das ist zumindest die Theorie, aber die Wahrheit sieht so aus: Würden alle Trader gleichzeitig beschließen, ihre ausstehenden Kontrakte zu schließen, indem sie sich das physische Metall liefern lassen, wären die Lagerhäuser nicht in der Lage, die Nachfrage zu decken – zumindest nicht sofort. Doch natürlich können die Metalle auch von außerhalb der Lagerhäuser bezogen werden, d. h. die Lieferungen könnten durchaus erfüllt werden, aber mit einer gewissen Verzögerung.

Wer sich Gold oder Silber liefern lassen möchte, muss dies zwischen dem ersten Anzeigetag und dem letzten Handelstag des Kontrakts tun. Es muss zudem sichergestellt sein, dass das zuständige Personal informiert wurde und alle notwendigen Belege vorhanden sind.

Was ist ein „deliverable“-Barren der COMEX?

Diese Barren werden von den von der COMEX zertifizierten Scheideanstalten nach strengen Standards hergestellt und sind auch als „Acceptable bars“ bekannt. Die Standards bestimmen die Mindestfeinheit der Barren, sowie deren Gewicht und Größe. Ein Deliverable- oder Acceptable-Barren der COMEX wird verwendet, um die Edelmetallnachfrage an der Commodity Futures Trading Exchange zu decken, d. h. wenn ein Marktteilnehmer die physische Lieferung der gehandelten Kontrakte verlangt, bekommt er einen dieser Barren.

Damit Gold oder Silber von der COMEX als „Deliverable“ oder „Good Delivery“ akzeptiert werden, müssen sie die folgenden Anforderungen erfüllen, die sich je nach Metall leicht unterscheiden:

  • Prüfung: Das Produkt muss ein Prüfzertifikat haben und dieses muss von einem von der COMEX zertifizierten Prüfer stammen. Dabei handelt es sich um ein unabhängiges Analyselabor, welches sicherstellt, dass die in der Scheideanstalt gefertigten Produkte einen bestimmten Feingehalt besitzen. Dies wird durch die Ausstellung eines unterschriebenen Prüfzertifikats bestätigt. Im Fall der der Goldbarren beträgt der Mindestfeingehalt .995.
  • Größe: Auch hinsichtlich der Barrengröße bestehen bestimmte Anforderungen, die sich je nach Metall unterscheiden. Nicht nur Länge, Breite und Dicke des Barrens sind festgelegt, sondern auch die Abschrägung der Seitenflächen.
  • Angaben: Zusammen mit dem Prüfsiegel, welches auf dem Barren selbst zu sehen sein muss, sind weitere Angaben wie der Feingehalt und das Herstellungsjahr erforderlich.
  • Weitere Spezifikationen: Das Gewicht des Barrens unterliegt ebenfalls einer Reihe von Bestimmungen und die Barren müssen eine Seriennummer enthalten, die für jeden Barren einmalig ist.

Die strengen Standards bieten dem Käufer eine gewisse Sicherheit, da er oder sie sich keine Sorgen über die Legitimität des gehandelten Goldes oder Silbers machen muss. Alle Analysen und Kontrollen werden für Sie erledigt, bevor der Handel beginnt und lange bevor die Barren tatsächlich geliefert werden.