Gold, Silber und Geld

Aufgrund ihrer Knappheit und ihrer einzigartigen chemischen Eigenschaften erfüllen Gold und Silber die drei Hauptfunktionen von Geld: Vermögensschutz, Recheneinheit und Tauschmittel.

Beide Metalle wurden daher bereits seit der Antike als Geld genutzt. Fast 4000 Jahre später sind Gold und Silber in vier US-Bundesstaaten noch immer als legales Zahlungsmittel zugelassen: Texas, Louisiana, Oklahoma und Utah.

 

 

Tatsächlich stand Gold bis zum 15. August 1971, als US-Präsident Richard Nixon das Ende der Umtauschbarkeit des Dollars in Gold verkündete, im Zentrum des internationalen Währungssystems.

Unsere heutigen Fiatwährungen (Dollar, Euro, Yen…) sind nicht länger konvertibel und ihr Wert hängt allein von dem Vertrauen ab, das wir in sie setzen. Wenn wir dieses Vertrauen verlieren, werden die Währungen zu ihrem inneren Wert zurückkehren, d. h. zum Wert des Papiers, auf das sie gedruckt sind. Wobei gedruckte Scheine selbst nur einen sehr kleinen Anteil an der gesamtem Umlaufmenge des Geldes haben. Der weitaus größte Teil besteht aus Buchgeld, Bankeinlagen und Konten in Computersystemen. Was wir als „Geld“ bezeichnen, hat keinen intrinsischen Wert.

Aus historischer Sicht endeten alle Experimente mit Fiatgeld ausnahmslos auf die gleiche Weise: mit dem völligen Kaufkraftverlust der Währung. Die eindrücklichsten Beispiele für Hyperinflation waren der Assignat in Frankreich (1789-1796), die deutsche Mark zur Zeit der Weimarer Republik, die 1923 in nur wenigen Monaten ihren Wert völlig verlor, und der Zimbabwe-Dollar zwischen 2000 und 2008.

Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts hat der US-Dollar, die weltweite Reservewährung, im Vergleich zu Gold 99% seiner Kaufkraft eingebüßt. Die Schwellenländer, insbesondere die BRICs als wichtigste Inhaber von US-Treasuries (staatliche US-Schuldverschreibungen), sind sich dieses Trends bewusst und tauschen ihre Dollarreserven gegen greifbare Assets wie Gold ein. Das ist ein deutliches Signal hinsichtlich des fortschreitenden Vertrauensverlusts in das Währungssystem.

Betroffen ist davon natürlich nicht nur der US-Dollar. Die Globalisierung und Deregulierung des Bankensektors sowie das Zulassen von derivaten Finanzinstrumenten haben ein solch komplexes und in sich verwobenes System geschaffen, dass ein Rückgang der Immobilienpreise zur Insolvenz von Versicherungsgesellschaften, Rentenfonds und Banken führen kann. Bei einer kleinen Wirtschaft wie z. B. der griechischen ist das gesamte Finanzsystem vom Kollaps bedroht. Dabei handelt es sich um das sogenannte systemische Risiko. 2008 wurden wir Zeugen dessen, wie ein Einbruch der Wirtschaft aussehen könnte, aber die Zentralbanken haben damals beschlossen, das System durch Liquiditätsspritzen von mehreren Billionen Dollar zu retten und auf diese Weise noch mehr Schulden zu schaffen. Sie haben das Problem damit nur für eine Weile aufgeschoben. Und heute sind die Risiken höher denn je.