Bankschließfächer

Bankschließfächer sind oft die erste Wahl bei der sicheren Lagerung von Wertgegenständen. Sie sind sicherer als Ihre eigenen vier Wände, sie kosten nicht viel und Sie können praktisch alles darin lagern, ohne angeben zu müssen, was genau sich im Schließfach befindet. Klingt perfekt, oder? Ist es aber nicht. Schließfächer sind nicht mehr so beliebt wie früher und werden nicht annähernd so gern genutzt, wie manche zu glauben scheinen. Vor allem für die Lagerung von Edelmetallen zählen Bankschließfächer zu den denkbar ungeeignetsten Optionen.

Versicherung

Aus Filmen haben wir alle eine stereotypische Vorstellung von einem Banküberfall. Die äußerst attraktiven Kriminellen graben zum Beispiel einen Tunnel in den Tresorraum der Bank, brechen die Schließfächer auf, sacken Juwelen, Gold und andere Wertgegenstände ein und verschwinden, bevor jemand etwas merkt.

Wir alle wissen, dass nur die Bank den Schaden tragen muss, denn die Besitzer der Schließfächer sind ja versichert. Oder? Das ist nicht ganz korrekt – um nicht zu sagen, völlig falsch. Ein Bankschließfach erfordert keine Versicherung. Dafür gibt es viele Gründe, vom niedrigen Preis bis hin zur Privatsphäre. Die Bank fragt Sie nicht, was Sie in das Schließfach legen, weil sie es nicht wissen muss. Aber wenn sie nicht weiß, was sich darin befindet, wie kann sie es dann effektiv versichern?

Andere nachteile

Größere Raubüberfälle sind natürlich sehr selten, aber die fehlende Versicherung ist nicht der einzige Nachteil eines Bankschließfachs. Während der Bankenkrise in Zypern und Griechenland haben die Banken ihre Pforten für Kunden beispielsweise vorübergehend geschlossen. Sie haben die Einleger nicht nur davon abgehalten, an ihr Geld zu kommen, sondern auch den Zugang zu Tresoren und Schließfächern verwehrt. Das war keineswegs illegal. Die Banken waren damit vollkommen im Recht. Und es gibt nichts, was sie in anderen Ländern davon abhalten würde, wenn nötig die gleichen Maßnahmen zu ergreifen.

Das gilt auch, falls die Bank pleitegehen sollte. Für Banken scheint es ein gesondertes Recht zu geben, das nur für sie gilt, und nichts kann sie daran hindern, Ihnen den Zugang zu Ihrem Schließfach zu verweigern. Sie können zudem für Wartungsarbeiten vorübergehend schließen, oder einen Feiertag einlegen. Sollte die Bank beschließen, den Zugang zum Tresorraum und zu Ihrem Schließfach zu verwehren, können Sie nichts dagegen unternehmen.

Preis und grösse

Selbst wenn wir die fehlende Versicherung und die oben erwähnten Risiken ausblenden, bleiben Bedenken bezüglich des Preises und der Größe des Schließfachs. Der Platz in einem solchen Schließfach ist äußerst begrenzt, und Sie bezahlen einen gewissen Preis dafür. Die Edelmetallmenge, die Sie dort einlagern können, ist eher gering und rechtfertigt selten die jährlichen Kosten. Edelmetallinvestitionen sind oft auf viele Jahre ausgelegt, und je weniger Gold und Silber Sie im Schließfach aufbewahren und je mehr Sie dafür bezahlen, desto geringer werden die künftigen Gewinne Ihres Investments ausfallen.

Aus diesem Grund ist es sinnvoller, ein spezialisiertes Lagerunternehmen zu beauftragen, bei dem Sie über praktisch unbegrenzte Lagerkapazitäten verfügen und nur wenig mehr bezahlen als für ein Schließfach. Und was noch wichtiger ist: Ihre Investition ist vollständig versichert, für alle Fälle.