Mein eigentliches Metier besteht nicht darin, den Regierenden oder denen, die regieren wollen, zu erklären wie sie unsere Angelegenheiten besser regeln könnten. Ich versuche vielmehr die Realität zu verstehen, der sich der Sparer stellen muss, wenn er seine Mittel in der Hoffnung anlegen will, finanziell unabhängig zu werden.

Wie schon Dostojewski sagte: „Geld ist geprägte Freiheit.“ Je besser Sie Ihr Erspartes also anlegen, desto freier werden Sie sein, und ich wünsche Ihnen dabei maximalen Erfolg.

Doch leider gibt es viele, die ebenfalls Interesse an Ihrem Geld haben werden, sie sind regelrecht Legion, so wie die Teufel in den Evangelien.

Dazu zählen Gauner, die Ihnen wundersame und risikofreie Renditen versprechen, Banken mit großartigen Investmentprodukten, aber auch Familienmitglieder, die ein Unternehmen gründen werden, das unerhört erfolgreich sein wird, sowie wohltätige Organisationen zur Rettung von Robbenbabys… Kurz gesagt werden Sie, sobald Sie ein wenig Geld haben, zum Ziel unablässiger Gesuche, die Ihnen helfen sollen Ihr Kapital im Interesse der Bittsteller und Werber besser zu verwalten.

Zuerst müssen Sie nun lernen, ganz bewusst „nein“ zu sagen. Das ist mit Abstand das Schwierigste, denn von Zeit zu Zeit werden Sie auch „ja“ sagen müssen, da Sie ansonsten großartige Gelegenheiten verpassen könnten. (Auch ich selbst habe in dieser Hinsicht noch etwas zu lernen.)

Das „nein“ sollte die Regel sein, das „ja“ die Ausnahme,

Doch es ist nicht noch nicht geschafft, Sie werden sich auch Gedanken darüber machen müssen, wie Sie Ihre neugewonnene Unabhängigkeit dauerhaft sichern. Das möchte ich nun versuchen Ihnen darzulegen, indem ich die Welt beschreibe, wie ich sie sehe.

Die Welt, in der ich investiere, ist keine ideale Welt, in der alle nett und freundlich zueinander sind. Die Welt, in der auch Sie Ihre Ersparnisse anlegen werden, ist hart, ungerecht, mitleidslos und niemand wird Ihnen etwas schenken. Sie werden die ein oder andere Ohrfeige einstecken müssen, soviel ist sicher, und in diesen Momenten müssen Sie sich in Erinnerung rufen, dass es nicht schlimm ist einen Fehler zu machen. Aber es ist schlimm, den gleichen Fehler zu wiederholen, denn das würde bedeuten, dass Sie aus Erfahrung nichts lernen. In diesem Fall sollten Sie sich einen zuverlässigen Profi suchen – und die gibt es durchaus – der sich anständig um Ihr Kapital kümmert.

Doch gehen wir davon aus, dass der Leser beschlossen hat seine Finanzen selbst in die Hand zu nehmen, wozu ich ihn beglückwünsche. Er muss sich nun ein Portfolio zusammenstellen, welches aus zwei Teilen besteht:

  • Ein offensiver Teil, hauptsächlich aus Aktien bestehend. Wie ich schon früher geschrieben habe, würde ich nur Aktien halten, die vollkommen unabhängig von Regierungen und Staaten sind. Als Beispiel habe ich für das Instituts des Libertés einen Index aus den in Paris gelisteten Börsenwerten erstellt, die meinen Anforderungen genügen.
  • Ein defensiver Teil. Schon seit Längerem empfehle ich ein defensives Portfolio bestehend zu zwei Dritteln aus chinesischen Staatsanleihen und zu einem Drittel aus Gold, welches als Wertreserve für offensive Käufe dient, wenn die Aktienkurse einbrechen.

Jeden Monat oder alle drei Monate balancieren Ihr Portfolio neu aus, um die ursprünglichen Proportionen wiederherzustellen (50-50, 60-40, 70-30…).

Heute empfehle ich, den defensiven Teil des Portfolios auf Kosten des offensiven Teils auszubauen. Statt 67 % in chinesischen Anleihen und 33 % in Gold zu halten, würde ich den Goldanteil im defensiven Part des Portfolios auf 50 % erhöhen und gleichzeitig den Aktienanteil reduzieren.

Ich rate Ihnen aktuell also, den Goldanteil in Ihren Anlagen zu erhöhen oder Gold zu kaufen, wenn Sie das noch nicht getan haben, aber auch Ihre Aktieninvestments zu verringern, denn in diesem Sektor wird es langsam brenzlig.

Warum? In erster Linie, weil sich die Inflation in den USA beschleunigt, und das waren noch nie gute Nachrichten für die Aktienmärkte auf der ganzen Welt.
 

 

Seit mehr als einem Jahr nimmt die Inflation in den Vereinigten Staaten an Fahrt auf. Ich höre also auf, mir Fragen zu stellen und reduziere mein Aktien-Exposure, um Gold zu kaufen.

Zweite Frage: Warum sollte man Aktien verkaufen, um ausgerechnet Gold zu kaufen? Antwort: Weil die Aktien im Verhältnis zu Gold völlig überteuert sind. Unten sehen Sie das Verhältnis zwischen dem Goldpreis und den US-Aktien in den letzten 120 Jahren.

 

 

Im Vergleich zu den Börsenkursen war Gold selten zuvor so günstig. Und langfristig scheint dieses Verhältnis immer wieder zu seinem historischen Mittelwert zurückzukehren (gestrichelte orange Linie). Schon eine einfache Rückkehr zum Durchschnitt impliziert eine Vervierfachung des Goldpreises gegenüber den Aktienkursen in den kommenden Jahren, was mir hinsichtlich der Gewinnchancen durchaus ausreichend erscheint. Um dieses Ergebnis zu erzielen, müsste sich der Goldpreis verdoppeln und die Aktienkurse müssten 50 % oder mehr einbrechen. Beides ist seit Beginn dieses Jahrhunderts schon mindestens einmal geschehen.

Der dritte Grund ist eher subjektiver Art: Der Goldkurs sieht meiner Meinung nach einfach ziemlich gut aus.

 

 

Wenn ich die Entwicklung des Goldpreises seit Beginn dieses Jahrhunderts analysiere, ist festzustellen, dass er zwischen 2000 und 2012 von 300 $ auf 1600 $ gestiegen ist und dann zwischen 2013 und 2016 etwa die Hälfte dieser Gewinne wieder abgegeben hat. Der 5-jährige gleitende Durchschnitt wurde dabei nach unten durchbrochen. Als anschließend eine neue Hausse begann, wurde der Durchschnitt wieder nach oben durchbrochen und bislang ist der Preis über dieser Linie geblieben. Während ich diese Zeilen schreibe, notiert Gold in der Nähe seiner Hochs bei 1864 $.

Ich bin bei weitem kein technischer Analyst und vertraue dieser Methode nicht allzu sehr, aber wenn ich sie nutzen würde, wäre das „Kursziel“ für Gold meiner Ansicht nach bei etwa 2400 $.

Das führt mich zum letzten Teil dieses Artikels.

Nachdem ich diese Gebrauchshinweise für den Goldkurs gegeben habe, trete ich nun aus meinem Studienzimmer und werfe einen Blick auf die reale Welt, um zu sehen, ob diese immer ruhiger (schlecht für Gold) oder immer unruhiger (gut für Gold) erscheint.

Die Sache ist klar!

Im Jahr 2022 ist die Welt in einem äußerst beunruhigenden Zustand.

  1. In den Vereinigten Staaten sind rasende Spinner an der Macht, die das bestehende Wirtschaftssystem ins Jenseits befördern wollen.
  2. Wir scheinen in vollem Tempo auf eine beispiellose Energiekrise zuzusteuern.
  3. Eine Art religiöses Denken verbreitet sich auf der Welt, zum Nachteil des wissenschaftlichen Denkens. Das Merkwürdige ist, dass dies im Namen der Wissenschaft geschieht.
  4. Die Preise für Grundnahrungsmittel explodieren, was in Nordafrika zu schweren Problemen führen wird, wie jedes Mal, wenn die Lebensmittelkosten steigen. Für Europa im Allgemeinen und Frankreich im Besonderen sind das keine guten Neuigkeiten.
  5. Die Corona-Krise lässt unsere Regierungen immer diktatorischer auftreten, ohne dass der Verlust unserer Freiheiten unsere Lebenserwartung erhöhen würde.
  6. Der Aufstand der Völker gegen die Technokratien, von dem ich hier oft gesprochen habe, spitzt sich zu und könnte früher oder später zu einer Auflösung Europas und dem Untergang des Euros führen, was ein äußerst schmerzhafter Prozess wäre.
  7. Etc.

All das sind „bekannte Unbekannte“, während sich die eigentliche Gefahr womöglich in den „unbekannten Unbekannten“ verbirgt und daher völlig unerwartet auftritt. Vor drei Jahren hat auch niemand mit einer Pandemie gerechnet.

Ich kann jedoch zumindest mit Sicherheit sagen, dass die Aktienmärkte „fragil“ sind und daher die Tendenz haben zu fallen, wenn die Ungewissheit und damit auch ihre Volatilität zunehmen. Gold ist stattdessen anti-fragil, d. h. sein Kurs steigt tendenziell, wenn alles andere schlecht läuft.

Sein eigenes Geld zu verwalten, bedeutet das Risiko zu managen, das ich bereit bin einzugehen. Was ich Ihnen heute mit auf den Weg geben möchte, ist also reichlich simpel.

Für die kommenden Monate und mit Sicherheit bis April 2022 möchte ich lieber die Segel einholen. Nicht so sehr, weil ich sicher bin, dass wir eine Krise erleben werden – ich bin schließlich kein Hellseher – sondern ganz einfach, weil fragile Werte im Verhältnis zu anti-fragilen Werten im Allgemeinen und ganz besonders im Verhältnis zu Gold sehr teuer sind. Statt darauf zu warten, dass sich mein Portfolio von selbst ausbalanciert, weil ich die Anteile unverändert lasse, ziehe ich es vor, heute zu handeln und die anti-fragilen Anlagen gegenüber den fragilen auszubauen.

Es handelt es sich also nicht um eine Vorhersage, sondern ganz einfach um eine Vorsichtsmaßnahme.

Bei der Verwaltung des eigenen Kapitals muss man diszipliniert sein, aber in seltenen Fällen sollte man auch auf seinen Instinkt hören.

Heutzutage möchte ich lieber vorsichtig sein, sehr vorsichtig. Ich kann nicht genau sagen, warum, und wir werden bald sehen, ob die Jahre der Grund dafür sind (eine höfliche Art, um zu sagen, dass ich vielleicht langsam verkalkt bin), oder ob es die lange Erfahrung ist, die meinen Instinkt beeinflusst und mir sagt, dass hier etwas im Busch ist.

Wir werden sehen.

In jedem Fall rate ich dazu, den anti-fragilen Teil des Portfolios zu erhöhen und den fragilen Teil zu reduzieren. Ich könnte so ruhiger schlafen, nicht nur nachts, sondern auch während meiner Siestas.