Während die Welt auf das Ende eines weiteren gescheiteren monetären Experiments zuschreitet, sind sich nur ganz wenige Menschen darüber im Klaren, was nun vor ihnen liegt. Praktisch niemand ist mental wie finanziell auf den massiven Schock vorbereitet, der die Welt überziehen wird.

Gold sendet Signale, dass Ärger droht – zumindest denjenigen, die den Goldkurs verfolgen. Da aber weniger als 0,5 % der Investoren Goldeigentümer sind, wird dieses wichtige Signal praktisch von niemanden verstanden. Unseren Anlegern, die Edelmetalle besitzen, habe ich gesagt, sie sollten sich lieber nicht wünschen, dass die Goldpreise steigen. Denn wenn sie steigen, werden wir in eine extrem unangenehme historische Phase eintreten. Und genau das wird demnächst passieren.

DEM PYRAMIDENSYSTEM GEHT DAS GELD AUS

Die Zentralbanken haben das globale Finanzsystem komplett zerstört, weil sie glaubten, sie könnten die Welt durch kontinuierliche Geldschöpfung und Kreditvermehrung kontrollieren. Das aktuelle Pyramidensystem (Ponzi scheme) – und das ist bei solchen Systemen generell der Fall – funktioniert nur, indem immer mehr vom Gleichen gemacht wird. Zumindest konnten Charles Ponzi und Bernie Madoff den Neuanlegern das Geld stehlen, das sie zur Auszahlung der alten Anleger benötigten. Im Vergleich zu einer Zentralbank hat ein Pyramidensystem jedoch einen großen Nachteil: Ihm gehen letzten Endes die neuen Investoren aus. Dann bricht das ganze System zusammen und alle verlieren alles.

ZENTRALBANKEN DRUCKEN 4 $, UM 1 $ BIP-WACHSTUM ZU ERZEUGEN

Zentralbanken haben einen großen Vorteil: Sie brauchen keine neuen Investoren, um die alten zu bezahlen. Sie haben dafür die Druckerpresse oder aber ihr modernes elektronisches Äquivalent, mit dem sie einfach Geld schöpfen können, wann immer es benötigt wird. Allein seit Beginn der letzten Krise haben Zentralbanken die Verdopplung der weltweit ausstehenden Schuldenmenge verursacht – sie stieg von 125 Billionen $ 2006 auf 260 Billionen $ heute.

Also: Es wurden 135 Billionen $ aus dem Nichts geschöpft, und dafür musste keine Arbeit verrichtet und kein Gut produziert werden. Das Geld fiel einfach von oben herab oder sprudelte aus den Computern. Schauen Sie sich die produzierten oder gefälschten Geldmengen im Verhältnis zum globalen BIP an! 2006 lag das globale BIP bei 51 Billionen $, die Schulden standen bei 125 Billionen $ – also 245 % des globalen BIP. Heute beträgt das BIP der Welt 87 Billionen $, die Schulden kletterten auf 260 Billionen $. Das heißt: Seit 2006 hat die Welt eine BIP-Steigerung von 36 Billionen $ geschafft; um das zu erreichen, musste sie allerdings 135 Billionen $ drucken – also fast das Vierfache des BIP-Wachstums. Also mussten für jeden Dollar BIP-Steigerung 4 $ gedruckt werden.

 

 

WELTWIRTSCHAFT FÄHRT AUF LETZTER RESERVE

Und das nennt man also „auf Reserve“ fahren: Den Tank oder die Ökonomie mit wertlosen Papierscheinen füllen, die niemals ein gesundes Finanzsystem oder echtes Vermögen hervorbringen können.

Also: Wie kommen die Zentralbanken da wieder raus? Das Problem ist, dass sie da nicht mehr raus kommen können! Trotzdem glauben sie, sie könnten das alte Spiel einfach weiterspielen – also Kreditexpanison und Zinssätze niedrig halten. Leider werden sie damit elendig Schiffbruch erleiden. Würden sie sich mit Geschichte auskennen, wüssten sie es besser. Sie glauben stattdessen, dass es heute anders läuft, und sie legen damit eine bemerkenswerte Arroganz an den Tag. Da sie auf eine relative kurze historische Periode zurückgreifen – die mit der Gründung der Fed im Jahr 1913 beginnt –, können sie natürlich von sich behaupten, dass sie 100 Jahre lang richtig lagen.

WAR NIXON EIN GENIE?

Der “Geniestreich” Nixons diente natürlich der Auflösung der Dollar-Gold-Bindung und folglich der Bindung aller anderen großen Währungen an Gold. Dies gab den Staaten und Zentralbanken den Freifahrtschein für die Flutung der Märkte mit Geld, welches wenigen massiven Reichtum bescherte und den Massen unhaltbare Schulden. Seit fast 50 Jahren werden die Märkte also von chronischer Kreditexpansion befeuert, wodurch enormes Papiervermögen entstanden ist.

SEIT 49 JAHREN VERDOPPELT SICH DER DOW ALLE 6,5 JAHRE UND GOLD ALLE 6 ¾ JAHRE

Nehmen wir den Dow Jones als Beispiel: Er stieg von 880 Punkten im August 1971 auf 29.000 heute. Auf Jahresbasis gerechnet ist das eine Rendite von 11,1 % bei reinvestierten Dividenden. Ein Jahresgewinn von 11,1 % bedeutet, dass sich das investierte Kapital im Durchschnitt alle 6,5 Jahre verdoppelt.

Über die Zeit hinweg steigt Gold nicht im Preis, sondern behält eine stabile Kaufkraft. Doch Gold bewegt sich natürlich nicht auf einer Geraden, es gibt große Schwankungen unterhalb und oberhalb des Mittelwerts. Im Zeitraum von 1971 bis heute ist Gold von 35 $ auf 1.643 $ gestiegen. Das entspricht einem annualisierten Gewinn von 10,66 %. In den letzten 49 Jahren hat sich der Wert des Goldes also alle 6 ¾ Jahre verdoppelt, fast genau wie der Dow (Verdoppelung aller 6,5 Jahre).

 

 

 

PHYSISCHES GOLD, UNBELASTET VON ANDEREN VERBINDLICHKEITEN

Wenn Sie physisches Gold besitzen, dann gibt es natürlich auch keine Dividende, solange sie es nicht verleihen oder vermieten. Genau das ist aber der Sinn des Goldeigentums, besonders dann, wenn das Finanzsystem buchstäblich bankrott ist. Man ist direkter Eigentümer von physischen Metallen, die außerhalb des Bankensystems verwahrt werden. Das bedeutet, dass das Gold unbelastet von Forderungen oder Verbindlichkeiten anderer ist, und nur so sollte echtes Vermögen verwahrt werden. Bei jeder anderen Vermögensanlage innerhalb des Finanzsystems bestehen Forderungen oder Verbindlichkeiten; Investoren besitzen ausschließlich Papierforderungen, die mit vielfachen Gegenparteirisiken verbunden sind. Echte Vermögenssicherung muss immer in physischer Form geschehen, frei und unbelastet von irgendwelchen Verbindlichkeiten.

ALS NÄCHSTES: QE UNENDLICH

Nach einer kurzen Pause setzten die Fed und die EZB (und andere Zentralbanken) im Herbst 2019 die quantitativen Lockerungen wieder fort. In einem früheren Artikel bezeichnete ich diese Maßnahmen als bahnbrechendes Ereignis, das sich mit Nixons Aussetzung der Dollar-Gold-Bindung 1971 vergleichen ließe.

Nicht länger als einige wenige Monate konnten die Zentralbanken die Geldschöpfung aussetzen, ohne dass das gesamte System implodierte. Die schweren Probleme im Bankensystem machen eine konstante Zufuhr von frischem Geld notwendig. Im Jahr 2019 haben Banken weltweit 80.000 Jobs abgebaut, und seit 2014 wurden über 400.000 Mitarbeiter gefeuert. Banken wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank kämpfen um ihr Überleben. Doch das Problem ist viel größer. Nehmen wir allein die HSBC: Die Bank wird 35.000 Stellen streichen und Assets im Gegenwert von 100 Milliarden $ abstoßen. Darüber hinaus schreibt die Bank Verluste von 7,3 Milliarden $ ab. Die aggressiven Maßnahmen der Fed in den Bereichen Repos und QE sind ein deutlicher Hinweis, dass auch US-Banken wie JP Morgan und die Bank of America tatsächlich unter Druck stehen.

Klar ist: Wir befinden uns jetzt in der finalen Phase von Verzweiflungstaten seitens der Zentralbanken, die der Systemrettung dienen sollen. Nach der Krise von 2006-09 hatten sie eine Gnadenfrist von 10 Jahren. Das kostete hunderte Billionen in Schulden und Derivaten, die zur Aufrechterhaltung des bankrotten Systems benötigt wurden. Der Vollstreckungsschutz war aber nur vorübergehend. Im Kampf um das eigene Überleben und um das Überleben des Finanzsystems schreiten die Zentralbanken jetzt zur größten Geldschöpfungsübung, die es jemals gegeben hat.

Doch diesmal werden ihre „5-vor-12-Maßnahmen“ scheitern. Die Größe des Schuldenbergs ist der Garant dafür. Es ist vollkommen unverständlich, wie Nobelpreisträger und Zentralbankenvorstände glauben können, ein Schuldenproblem ließe sich durch mehr Schulden lösen. Natürlich werden sie schummeln, etwa durch die Schaffung neuer Währungen wie Krypto-Dollars oder -Euros und durch anderen Hokuspokus, der Schulden verschwinden lässt. Doch der Markt wird das bald erkennen. Wenn die Schulden verschwinden, werden auch jene Anlagen, die auf diesen Schulden basieren, im Wert implodieren.

Doch zuvor wird die Welt erst eine Phase der Inflation erleben, die sich dann zur Hyperinflation ausweitet, wenn die Zentralbanken das System mit hunderten Billionen $ (und später womöglich Billiarden) wertlosem Geld fluten.

Es ist doch recht bemerkenswert, wie Jefferson all das schon vor 200 Jahren vorhersagte:

 

 

Anstatt das System zu retten, werden die Zentralbanken mit ihren eigenen Waffen geschlagen werden. Denn je mehr Geld sie drucken, desto bankrotter wird die Welt werden und umso weniger wird Geld noch wert sein.

Wie die Geschichte zeigt, sind alle Papier- oder Fiat-Währungen unweigerlich und immer auf NULL gesunken. Seit mehr als 20 Jahren zitiere ich Voltaire, und trotzdem ist es sinnvoll, erneut auf diesen unausweichlichen Fakt hinzuweisen:

 

 

Im Grunde gibt es drei Formen von Geld:

 

 

Geld, das wertlos wurde

Vor nicht allzu langer Zeit, in den frühen 1920er Jahren, erlebte Deutschland eine Hyperinflation in der Weimarer Republik. Oben sehen Sie einen Geldschein über 100 Billionen Mark.

 

 

Geld, das wertlos werden wird

Der Euro und der Dollar werden wahrscheinlich in den nächsten 5 Jahren die Null erreichen.

 

 

Ewiges Geld

Wenn in den kommenden Jahren das Papiergeld zerstört wird, wird Gold nach wie vor echte Kaufkraft bewahren, wie schon seit 5.000 Jahren. (Das Bild oben zeigt eine halbe Tonne Gold im Wert von 26 Millionen $.) Und deswegen sollte jeder, der sein Vermögen sichern möchte, physisches Gold als Absicherung halten. Angesichts eines wahrscheinlich katastrophalen Zusammenbruchs großer Teile des Finanzsystems wird Gold nicht nur Vermögen sichern, sondern auch deutlich ausbauen.

VERMÖGENSZERSTÖRUNG VON EPISCHEN AUSMASSEN

Der alternative Besitz von Blasen-Assets wie Aktien, Anleihen und Immobilien wird wahrscheinlich zu einem Verlust von mindestens 90 % führen – gemessen an Gold. Das käme einer Vermögenszerstörung von epischen Ausmaßen gleich, die zu einer permanenten Dezimierung der meisten Vermögen führen würde.

Da die Märkte seit so langer Zeit immer nur gestiegen sind (auch trotz schwerer Korrekturen), wird der konventionelle Investor niemals glauben wollen, dass das eigene Vermögen in den kommenden Jahren zu über 90 % zerstört werden könnte. Folglich wird sich auch niemand gemäß eines solchen Szenariums positionieren. Das bedeutet, dass die kommende Marktimplosion ein Riesenschock für die meisten Investoren sein wird – ein Schock, von dem sie sich nie erholen werden.

Mein Artikel von 30. Januar trug den Titel „INFLATE AND DIE“ – AKTIENEINBRUCH UND GOLDWELLE IN DEN STARTLÖCHERN“. Auch im Artikel vom 13. Februar – "IN DER KRISE: UNTERGANG DER AKTIEN – AUFSTIEG DES GOLDES“ wiederholte ich diese Botschaft. Seither ist der Dow um 3.000 Punkte gesunken und Gold um 100 $ gestiegen. Doch vergessen Sie nicht: Das ist bloß der Anfang.

Seit fast 20 Jahren bemühe ich mich in aller Öffentlichkeit zu erklären, welche Vorzüge Gold für den Vermögensschutz hat. Nur eine ganz kleine Gruppe hat das verstanden. Die überwiegende Mehrheit wird diese Lektion wohl auf die harte Tour lernen müssen.