Seitdem der Preis des weißen Metalls letzten Monat ein Hoch von rund 120 US-Dollar erreicht hatte und anschließend innerhalb weniger Wochen fast die Hälfte seines Wertes verlor, herrscht unter Silberanlegern große Unruhe. Die euphorischen Rallyes und schmerzhaften Crashs von 1980 und 2011 sind noch in Erinnerung, sodass einige Investoren regelrecht in Panik geraten sind. Diese Woche werden wir uns die kurzfristige Preisentwicklung genauer ansehen und feststellen, dass die Kursbewegungen im Silberchart einem bekannten Bodenbildungsmuster ähneln und daher wesentlich beruhigender sind.

Zuerst sehen wir uns den Wochenchart des Dow Jones Industrial Average während der globalen Finanzkrise an. Damals erreichte der Kurs einen Höchststand von rund 14.000 Punkten, bevor er bis 2008 um mehr als 50 % einbrach – eine Korrektur, die im März 2009 in einem drastischen Rückgang von 8 % innerhalb einer Woche gipfelte. Damals wussten wir es noch nicht, aber der März 2009 erwies sich letztlich als Zeit der größten Angst und als langfristiger Boden, der die Form eines inversen Schulter-Kopf-Schulter-Musters annahm. Seit diesem Tiefpunkt ist der Dow in den folgenden Jahren um mehr als das Siebenfache gestiegen.

 

Dow Jones Wochenchart, Finanzkrise 2008

 

Ich habe immer gesagt, dass sich Chartmuster in großen und kleinen Zeiträumen wiederholen, und ich glaube, dass wir aktuell die Bodenbildung des Dow Jones im 2-Stunden-Chart von Silber sehen. Hier sehen wir einen sehr ähnlichen Kursrückgang von fast 50 %, einschließlich einer einzelnen Kerze, die mit einem Minus von 10 % den Moment maximaler Angst zum Tiefpunkt Anfang dieses Monats markiert. Ausgehend davon hat der Silberpreis ein recht ähnliches inverses Schulter-Kopf-Schulter-Muster ausgebildet, aus dem er kürzlich ausgebrochen ist. Interessanterweise bildeten beide Kurse eine sehr unruhige linke Schulter und eine viel glatter aussehende rechte Schulter, was darauf hindeutet, dass die negative Volatilität den Markt verlassen hat. Die Muster sind keine perfekten Kopien – das sind sie nie, aber in meinen Augen sind sie ähnlich genug, um zu dem Schluss zu kommen, dass Silber die Wende geschafft hat.

 

Silberpreis, 2-Stunden-Chart

 

Silber muss noch ein wenig Arbeit leisten, um ein bedeutendes Tief zu bestätigen, aber es würde mich keineswegs überraschen, wenn die Korrektur nun vorbei wäre und dieses inverse Schulter-Kopf-Schulter-Bodenmuster den Preis wieder auf 100 Dollar je Unze und weit darüber hinaus triebe.

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