Vor einem halben Jahrhundert wurden schließlich die Zentralbanken vom Midas-Fluch befallen.

 Alles, was Midas anfasste, verwandelte sich in Gold – selbst sein Essen. Der Fluch, der die Zentralbanken vor genau 50 Jahren (am 15. August 1971) dank Nixon befiel, war jedoch noch schlimmer: Anstatt alles in Gold verwandeln zu müssen, sind sie dazu verdammt, alle realen Vermögenswerte, darunter auch Gold, in wertloses Papier verwandeln zu müssen. Damit schufen sie die perfekten Rahmenbedingungen für das heutige Zentralbanken-„Endgame“.

Nixon kannte sich natürlich nicht mit Geschichte aus. Ansonsten hätte er wohl verstanden, dass seine Lüge hunderte Billionen $-Mal schlimmer war als alle Watergate-Lügen:

DIE AUSWIRKUNGEN DER HEUTIGEN MASSNAHMEN werden zu Stabilisierung des Dollars beitragen“.

Hmmmmmm!

Wie man im Chart unten sehen kann, hat der Dollar seit 1971 effektiv (GOLD) 98 % seines Wertes eingebüßt. Eine einzige Geschichtsstunde hätte Nixon zeigen können, dass im Verlauf der Geschichte noch keine einzige Währung überlebt hat, weil ausnahmslos alle Führungen genau das taten und tun, was auch Nixon machte.

Das erinnert mich wieder die Zeile in Pete Seegers Song “Where have all the flowers gone”:

WANN WIRD MAN JE VERSTEH’N, WANN WIRD MAN JE VERSTEH’N?”

 

La chute du dollar après que Nixon ait mis fin à Bretton Woods

 

Man wird es natürlich nie verstehen. Den Wenigen, die ihr Aufmerksamkeit schenken, lehrt die Geschichte, dass es hier keine Ausnahmen gibt.

Historisch betrachtet, wurde jede einzelne Währung solange entwertet, bis sie schließlich wertlos verfiel (was ich u.a. in diesem Artikel erkläre).

Es scheint schwer verständlich, warum Präsidenten und Zentralbanker überhaupt nicht begriffen haben, dass sie hinsichtlich der Zerstörung nationaler Währungen immer wieder dieselbe Rolle spielen, die schon ihre Vorgänger gespielt hatten.

Höchstwahrscheinlich hoffen sie in ihrer Arroganz, den Staffelstab einfach weiterreichen zu können, so dass zumindest während ihrer Amtszeit nichts passiert. Gemessen an der Lebensspanne von Währungen fallen die Herrschafts- oder Amtszeiten von politischen Führungen relativ kurz aus, und deswegen erwischt es sie, obwohl mitschuldig, meist nicht.

Nixon beispielsweise glaubte, er würde eine gute Tat vollbringen und den Dollar stabilisieren. Falls er heute, 50 Jahre danach, auf die Erde herabblicken sollte, würde er sehen, dass seine Maßnahmen einen Verfall von „bloß“ 98 % bewirkt haben.

Also: Nixon rette den Dollar für sehr kurze Zeit, nur um ihn, in der Konsequenz, für immer auszulöschen! Wann wird man je versteh’n?

EINE DYSFUNKTIONALE WELTWIRTSCHAFT

Nach Ende des 2. Weltkriegs, als ich geboren wurde, brach im Westen eine ausgedehnte Phase von Recht und Ordnung an. Das galt in der Gesellschaft im Allgemeinen, auch in den Schulen und Familien war Ordnung und Disziplin verbreitet.

In vielen Ländern wird heutzutage den Lehrern, Eltern oder selbst der Polizei kein Respekt mehr entgegengebracht. Jede Ära durchläuft Zyklen, und aktuell erleben wir den schlimmsten Teil des Zyklus.

Moralische wie ethische Werte sind verschwunden und Kriminalität ist weit verbreitet. Das ist, historisch betrachtet, nichts Neues und passiert immer wieder am Ende großer Ären oder Zyklen. Es passierte auch am Ende des Römischen Reiches, als sich Rom ökonomisch wie moralisch auflöste. Weit und breit herrschte Dekadenz, so wie auch heute wieder. Gleiches gilt für Schulden und Defizite.

 

Decline of the Roman Denarius

 

Am Anfang stand Kaiser Commodus, er war der „Alte“ Nixon. Gallenius brachte dann alles zu Ende und war somit die griechische Version von Biden.

Der Zerfall von Werten und Prinzipien ist also ganz klar Folge finanzieller wie ökonomischer Dysfunktionalität.

So ist beispielsweise die Tatsache, dass die USA seit 1960 jedes Jahr steigende Staatsverschuldung ausweisen (mit der Ausnahme von vier Jahren) ein Hinweis auf chronische und vollkommene Funktionsstörung und Zerrüttung.

Wenn die US-Regierungen seit über 60 Jahren immer dekadenter werden – ökonomisch als auch moralisch –, warum sollte man erwarten, dass sich das Volk dann anders verhält?

Vielen anderen Ländern ist es ganz ähnlich ergangen; aufgrund der Größe der US-Wirtschaft und des Währungsreservestatus des Dollars sind die Konsequenzen im Fall der USA jedoch deutlich weitreichender.

WIR BEFINDEN UNS JETZT IM ZENTRALBANKEN-ENDSPIEL

Der Song “I am forever blowing bubbles” wurde 1918, nicht lange nach Gründung der Fed geschrieben. Auf jeden Fall erkannte der Komponist, was kommen sollte:

“I’m forever blowing bubbles,

Pretty bubbles in the air,

They fly so high, nearly reach the sky,

Then like my dreams they fade and die.”

 

Auch die heutigen Blasen wird dasselbe Schicksal ereilen. Sie haben längst schwindelerregende Höhen erreicht. Dazu reicht ein Blick auf die von exponentiellen Zuwächsen geprägten Zentralbankenbilanzen:

 

 

Wie man im Diagramm sieht, haben sich die Bilanzsummen der vier größten Zentralbanken seit der Großen Finanzkrise – seit 2006 – versechsfacht (6x). Da sich die Krise seit 2019 zugespitzt hat, sehen wir jetzt EXPLOSIVES Wachstum!

Dass die Zentralbanken Blasen befeuern, ist die eine Sache. Die andere: Die ganze Welt ist inzwischen zur Blase geworden.

 

The central bank endgame ends with a $2 quadrillion endgame

 

Es brauchte 2000 Jahre, um eine Weltverschuldung von 100 Billionen $ zu erreichen, wovon der größte Teil seit 1971 anfiel. 50 Jahre später zeigt sich, dass sich die globalen Verschuldungsmengen auf 300 Billionen $ aufsummiert – also verdreifacht – haben.

Wie man im Chart oben sieht, gehe ich davon aus, dass in den kommenden 4-9 Jahren eine Gesamtsumme von 2 Billiarden $ erreicht sein wird. Da mag gewaltig oder sensationsheischend klingen, allerdings ist es nichts weiter als grundlegende Mathematik. Wenn man die ungedeckten Verbindlichkeiten, in Höhe von mindestens 200 Billionen $ weltweit, sowie die weltweiten Derivatemengen im Umfang von mindestens 1,5 Billiarden $ hinzurechnet, kommen wir unterm Strich auf 2 Billiarden $.

Wenn die Derivateblase in den kommenden Jahren im Rahmen des Zentralbanken-Endspiels explodiert, oder eher implodiert, werden diese Zentralbanken alle erforderlichen Geldmengen drucken. Ein nutzloser Versuch, das Finanzsystem noch zu retten.

Der 15.August 1971 markiert den Anfang vom Ende der aktuellen ökonomischen Ära und des heutigen Währungssystems.

Die Große Finanzkrise ab 2006 markierte dann der Anfang vom Ende des Endes.

Der August 2019 – als die Zentralbanken von Panik erfasst wurden und bekanntgaben, sie würden alles Notwendige unternehmen – markierte schließlich die finale Phase des Endes vom Ende.

Im Diagramm oben habe ich dargestellt, dass diese wirklich finale Phase und das „Endgame“ des heutigen Geldsystems zwischen 2025 und 2030 ihren Abschluss finden wird. Natürlich ist es nicht möglich, das genaue Ende großer ökonomischer Ären zu prognostizieren.

In der Regel können solche Entwicklungen länger dauern als man erwarten würde. Doch wenn das hyperinflationäre Zentralbanken-Endspiel beginnt (gefolgt von einer depressionären Implosion), dann geht alles sehr schnell. Hyperinflationäre Phasen dauern in der Regel 2-4 Jahre.

KONSEQUENZEN – KONSEQUENZEN

 

Seit 2002 investieren wir in ernstzunehmendem Umfang in physisches Gold. In den Jahren vor der Jahrhundertwende hatten wir uns intensiv mit der globalen Risikolage beschäftigt und ausgiebig die besten Methoden zum Schutz gegen diese Risiken untersucht. Auf Grundlage unserer Risikoanalyse, die auch Geschichtsbetrachtung und -verständnis umfasste, kamen wir zu dem Fazit, dass das Finanz- und Währungssystem wahrscheinlich nicht überleben wird.

Wir sind keine Goldbugs, trotzdem betrachten wir physisches Goldeigentum als den besten Schutz gegen die Konsequenzen eines weiteren Zusammenbruchs von Finanz- und Währungssystemen.

Im unserem MAM-Chat von letzter Woche zum Thema Flash-Crash beim Gold hatten wir schon darüber diskutiert, inwieweit der Versuch der Goldpreisdrückung durch den Verkauf von 4 Mrd. $ Papiergold nur die finale Phase einer normalen Korrektur markiert.

 

Gold will move to $3000

 

Unser Interesse am Gold hat rein fundamentale Gründe, dennoch ist es von Zeit zu Zeit interessant, einen Blick auf charttechnische Entwicklungen zu werfen.

Wie man im Chart oben sehen kann, erreichte die C-Korrekturwelle die Unterstützung bei 1.680 $. Das war womöglich das Ende einer kleinen Korrektur, und in Kürze dürfte Gold zu seiner Bewegung auf das nächste Ziel von 3.000 $ ansetzen. Ein Anstieg über 1.900 $ gilt als Bestätigung für die Fortsetzung des Aufwärtstrends.

Seit 1999 befindet sich Gold in einem langfristigen Aufwärtstrend, und keine Maßnahme der Zentralbanken kann dafür sorgen, dass die Bewegung in derzeit noch unvorstellbare Bereiche gestoppt wird.

Allerdings sollten sich Investoren nicht auf den Goldpreis fokussieren, sondern darauf, wie weit ihre Assets (Aktien, Anleihen, Immobilien) in Dollar oder Euro gemessen fallen können. Meiner Ansicht nach werden diese Verluste bei deutlich über 50 % liegen, und vielleicht sogar über 90 %.

Physisches Gold, das in einem sicheren Rechtsgebiet wie etwa der Schweiz geschützt verwahrt wird, ist seit jeher die beste Absicherung gegen ein gescheitertes Währungs- und Finanzsystem.

Auch diesmal wird es nicht anders kommen.