Seitdem Maßnahmen ergriffen wurden, dank derer die Banken Verluste aus ihren Anleihegeschäften nicht in den Bilanzen verbuchen müssen, gab es an den Märkten nicht die geringste Korrektur. Wir haben gerade eine sechs Monate lange, spektakuläre Hausse erlebt. Es ist, als hätte die Fed den Märkten versichert, dass sie nicht zögern würde einzugreifen, sollte auch nur die geringste Gefahr einer Liquiditätskrise drohen. Obwohl der US-Notenbankchef Jérôme Powell die Zinsen erhöht hat, ist der berühmte „Fed Put“ nach wie vor in Kraft. Dass diese neue Liquidität zur Verfügung gestellt wurde, hat die Folgen der Zinsanhebungen völlig kaschiert. Die Fed hat sogar mitgeholfen, in Rekordzeit eine neue Blase an den Finanzmärkten zu erschaffen!

Die Bankenkrise wurde verhindert, aber sie hat gleichzeitig dazu geführt, dass an den Börsen eine noch größere Blase entstanden ist.

Der Nasdaq nähert sich seinen Allzeithochs:

 

 

Die Marktstimmung ist in extreme Gier umgeschlagen, was einer geschichtsträchtigen Phase der Euphorie entspricht. Es herrscht die Meinung vor, dass die Fed in jedem Fall eingreifen wird, um die Märkte zu retten, selbst wenn eine neue Krise die Liquiditätsbedingungen beeinträchtigen sollte:

 

 

Die Kluft zwischen dieser Euphorie an den Märkten und der sich verschlechternden Wirtschaftslage in den USA wird immer deutlicher sichtbar. Aus diesem Grund sprechen zahlreiche Beobachter von einer neuen Blase am Aktienmarkt: Die Bewertung einiger Aktien beruht auf Gewinnprognosen, die sich angesichts der eingetrübten Konjunktur nicht bewahrheiten können. Der Markt handelt irrational, es handelt sich um eine Blase.

Zu Beginn dieses Sommers verschlechtern sich die Wirtschaftsaussichten rasant.

Nach Angaben von Epiq Bankruptcy haben fast 3000 Unternehmen innerhalb der letzten sechs Monate Konkurs angemeldet – so viele wie schon seit 2010 nicht mehr.

Das Wachstum der Industrieproduktion ist erstmals seit 2020 wieder negativ geworden:

 

 

Auch im Einzelhandel gingen die Verkaufszahlen im Juni zurück:

 

 

Diese Indikatoren sind bereits seit März stark rückläufig. Die wöchentlichen Verkaufszahlen im Einzelhandel befinden sich im Vorjahresvergleich praktisch im freien Fall:

 

 

Wie wir letzte Woche gesehen haben, stehen die US-Verbraucher kurz vor dem Zusammenbruch.

Doch für die Märkte zählen nur die neuen Liquiditätsfenster, die die Fed geöffnet hat, und mit denen sie den „Fed Put“ erneuert hat, von dem die Aktienindices stark profitieren:

 

 

Diese neuen Interventionen der US-Notenbank haben die Risikobewertung erneut verfälscht. Doch diesmal geschieht das vor dem Hintergrund einer Verschlechterung der Wirtschaftsindikatoren infolge der Zinserhöhungen!

Die konjunkturelle Eintrübung schlägt sich in der Investorenstimmung am Rohstoffmarkt nieder. Eine Verlangsamung der Wirtschaftsaktivität ist kein gutes Zeichen für diesen Sektor, auch wenn die Hausse an den Wertpapiermärkten der Hauptgrund dafür war, dass sich die Anleger verstärkt den Star-Aktien zuwendeten und den Sachwerten den Rücken kehrten.

 

 

Die Verschlechterung der Wirtschaftslage macht sich auch mittels der rückläufigen Exporte Chinas bemerkbar, die ihren tiefsten Stand seit drei Jahren verzeichnen. Die Abnahme des Ausfuhrvolumens ist ein weiterer Faktor, der die Rohstoffmärkte belastet.

Manche Marktbeobachter glauben, dass diese negative Stimmung eine echte Chance bietet. So unter anderem Evy Ambro von Blackrock, Matty Zao von der Bank of America, Wayne Gordon von der UBS und Jeffrey Curie von Goldman Sachs: All diese Analysten haben in den letzten Wochen sehr optimistische Einschätzungen des Rohstoffsektors veröffentlicht, insbesondere für bestimmte Metalle wie Kupfer.

In diesem Monat sehen wir zudem, dass Silber im Verhältnis zu Gold wieder zulegt, was üblicherweise auf ein Wiederaufleben des Investoreninteresses für Sachwerte hindeutet.

 

 

Die Rückkehr der Sachwerte geht in der aktuellen Euphorie an den Aktienmärkten weitgehend unter. Vor diesem Hintergrund setzt sich die Akkumulierungsphase bei den Edelmetallen fort.

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