Innerhalb weniger Tage hat sich die geopolitische und wirtschaftliche Lage weltweit abrupt verschärft. Der Angriff der Vereinigten Staaten und Israels auf den Iran am 28. Februar hat zu einem starken Anstieg des Ölpreises geführt und die Inflationsängste wieder angefacht. Kurz nach Ausbruch der Feindseligkeiten hat der Iran die Straße von Hormus blockiert, durch die etwa ein Viertel des weltweiten Öls transportiert wird.
Die Folge: Der Preis pro Barrel überschritt kurzzeitig die 100-Dollar-Marke, was einem Anstieg von 50 % gegenüber dem Niveau vor dem Konflikt entspricht.
Ölpreisschocks sind uns bekannt: Sie gehen in der Regel mit Inflation und einer Rezession einher. Im vorliegenden Fall verstärken jedoch die besonderen Umstände des Konflikts die Gefahren. Auch Erdgas, insbesondere LNG, ist von der Einstellung des Seeverkehrs betroffen: Der Preis steigt sprunghaft an, und das Risiko einer Verknappung ist nicht mehr auszuschließen. Auf geopolitischer Ebene ist vor allem China vom iranischen Öl abhängig. Peking hat bereits bestimmte Kraftstoffexporte verboten, ein klares Zeichen für die aktuellen Spannungen.
Eine weitere schwerwiegende Folge: Etwa ein Drittel des weltweiten Handelsvolumens mit Düngemitteln fließt durch die Straße von Hormus. Ein Anstieg der Düngemittelpreise in Kombination mit höheren Kraftstoffpreisen könnte zu einer Teuerung bei den Agrarrohstoffen führen. Wir erinnern uns, dass der Anstieg der Lebensmittelpreise entscheidend zum Ausbruch des „Arabischen Frühlings” (2010-2012) mit seinen Unruhen, Bürgerkriegen, Regimestürzen usw. beigetragen hat... Das hätte uns gerade noch gefehlt.
Ob es wirklich zu einer Wirtschaftskrise kommt, ist noch nicht sicher. Alles hängt davon ab, wie lange die Blockade der Straße von Hormus andauert. In diesem Punkt sind die Interessen der Kriegsparteien diametral entgegengesetzt: Das iranische Mullah-Regime könnte versucht sein, den Konflikt aus dem Schutz seiner unterirdischen Bunker heraus zu verlängern, in der Hoffnung, dass eine Verschlechterung der weltweiten Wirtschaftslage Donald Trump letztendlich zum Rückzug bewegen wird, insbesondere mit Blick auf die Zwischenwahlen (Neuwahlen des Kongresses und eines Drittels des Senats) am 3. November. Die Vereinigten Staaten und Israel hingegen sprechen von einem kurzen Krieg. Ein echter Sieg würde jedoch einen Regimewechsel im Iran voraussetzen – ein besonders schwer zu erreichendes Ziel.
Aktuell herrscht Unsicherheit, wie die unberechenbare Entwicklung des Ölpreises zeigt: Der Preis pro Barrel ist wieder auf rund 80 Dollar gefallen, nachdem er kurzzeitig die 100-Dollar-Marke überschritten hatte.
Als ob dieser Krieg nicht schon genug wäre, erreicht uns auch aus dem amerikanischen Finanzsystem eine Nachricht, die als Warnung dient: Am 6. März hat BlackRock die Auszahlungen aus einem seiner Fonds eingeschränkt. Der weltweit größte Vermögensverwalter teilte seinen Kunden mit: „Nein, Sie können nur diesen Betrag abheben, mehr nicht.“ Das erinnert an einen markanten Präzedenzfall: Die Subprime-Krise hatte auf ähnliche Weise begonnen, als BNP Paribas am 9. August 2007 drei Fonds einfror, die in US-Immobilienkredite investiert waren.
Wir sprechen hier von einem Markt von fast 1,8 Billionen Dollar: dem Markt für Privatkredite, der sich in den letzten Jahren verdreifacht hat. Wie lässt sich eine solche Expansion erklären? Nach der Subprime-Krise hat die Verschärfung der Bankenregulierung einen Teil der Unternehmen dazu veranlasst, sich anderweitig nach Krediten umzusehen, bei weniger regulierten, freundlicheren und reaktionsschnelleren Fonds. Der aktuelle Auslöser ist nicht der Krieg im Iran, sondern ... die KI. Ein großer Teil dieser Kredite (etwa 25 %) betrifft Softwareunternehmen, die von der Revolution der künstlichen Intelligenz, die bestimmte Aufgaben genauso gut oder sogar besser und zu deutlich geringeren Kosten erledigen kann, besonders stark betroffen sind.
SaaS-Unternehmen (Software as a Service, d. h. Software als Dienstleistung, im Abonnement angeboten) haben bereits kürzlich an der Börse Kursverluste erlitten; nun kommt die zweite Welle. Allgemeiner betrachtet ist KI Teil eines Prozesses der „kreativen Zerstörung”. Derzeit sind jedoch vor allem die Zerstörung und die enormen Kosten für den Betrieb zu spüren: Chips, Serverinfrastrukturen und Stromverbrauch.
Kurs gesagt, eine plötzliche Wirtschaftskrise ist nicht auszuschließen. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein: Angesichts der Spannungen im Nahen Osten und den durch KI verursachten Umwälzungen mangelt es nicht an Gründen zur Besorgnis. Die Unsicherheit nimmt stark zu, und es ist mit erheblichen Bewegungen an den Märkten zu rechnen.
Schließen wir mit einem kleinen historischen Rückblick:
Rohölpreis bei >100$. Straße von Hormus blockiert.
— GoldBroker (Deutschland) (@Goldbroker_DE) March 12, 2026
Gold & Silber? Stabil oder rückläufig.
Das erinnert an Oktober 1973: Ölpreis ×4, während Gold 30 Tage fast unverändert blieb.
4 Monate später:
🟢 Gold +70%
Zeitraum 1973–74:
🟢 Silber +160%
🟢 Goldminen +193%
🔴 S&P 500 −48%
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