Letzte Woche haben wir uns einige Charts angesehen, die darauf hindeuten, dass es im Rahmen des aktuellen Preisrückgangs an den Edelmetallmärkten noch zu einer weiteren Abwärtsbewegung kommen könnte, bevor wir wieder mit einem Aufwärtstrend rechnen können. Wir befinden uns in einer heftigen Korrekturphase, die sicherlich selbst die Entschlossenheit der hartgesottensten Goldbugs auf die Probe stellen wird. Diese Woche werfen wir einen genaueren Blick auf drei Verhältnis-Charts, die sich zugunsten der Bullen entwickeln müssen, damit die Metalle die nächste Haussephase erleben können.
Der erste Chart zeigt das Verhältnis des Dow Jones Industrial Average zum Goldpreis und ist in der Tat der vielversprechendste. Das 100-Jahres-Chart zeigt ein klares Muster von großen, langfristigen Aufwärtstrends des Verhältnisses, gefolgt von steilen Einbrüchen, bei denen jahrzehntelange Unterstützungslinien nach unten durchbrochen werden. Diese rasanten Einbrüche gingen mit sehr starken Gold-Bullenmärkten einher, wobei die Hausse der 1970er Jahre am bemerkenswertesten war. Nun ist das Verhältnis im vergangenen Jahr gerade unter die 45-jährige Unterstützung gefallen – ein starkes Signal dafür, dass dem 2001 begonnenen langfristigen Aufwärtstrend bei Gold ein impulsiver, mehrjähriger Anstieg bevorsteht. Angesichts dieses Charts scheint der jüngste Rückgang des Goldpreises nichts weiter als ein kleiner Rückschlag zu sein, bevor sich in den kommenden Jahren ein Blowoff-Top ausbildet.

Der zweite Chart zeigt das Verhältnis zwischen dem mittleren Preis für Wohnimmobilien in den Vereinigten Staaten und dem Goldpreis, wobei deutlich zu erkennen ist, dass historische Gold-Haussephasen stets mit einem sinkenden Verhältnis einhergingen. Zuletzt prallte das Verhältnis deutlich vom historischen Tiefstand von 1980 ab, was darauf hindeutet, dass sich möglicherweise ein Doppelboden ausbildet. Sollte dies eintreten, würde ein steigendes Verhältnis einen starken Gegenwind für weitere Kursgewinne bei Gold darstellen. Damit Gold künftig weiter zulegen kann, müssten wir eigentlich sehen, dass die Bildung eines Doppelbodens fehlschlägt und der breite Kanal, den ich in diesem Chart eingezeichnet habe, schließlich nach unten durchbrochen wird und das Verhältnis auf ein neues Allzeittief sinkt.

Der dritte Chart zeigt das Gold/Silber-Verhältnis, dessen Entwicklung ich als großen steigenden Keil definiert habe. Zuletzt ist das Verhältnis kräftig von der Untergrenze des Keils abgeprallt, die die Jahre 1980 und 2011 verbindet – die Jahre, in denen die Edelmetalle historische Höchststände verzeichneten. Natürlich möchten die Bullen nicht, dass diese untere Linie hält und ein drittes historisches Hoch signalisiert. Vielmehr müsste das Verhältnis erneut umkehren und die untere Linie durchbrechen. Ein solcher Durchbruch wäre das bislang stärkste Signal dafür, dass im Rahmen der Edelmetallhausse noch deutlich höhere Hochs zu erwarten sind.

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