Nur wenige Tage nachdem der russische Präsident Wladimir Putin eine neue nationale Sicherheitsstrategie gegen den „westlichen Einfluss“ vorgestellt hat, und dabei erklärte, wie Washington den Dollar als eine politische und wirtschaftliche Waffe einsetzt, hat der russische Staatsfonds einen entscheidenden Schritt unternommen, um sich seiner US-Dollar-Assets vollständig zu entledigen.

 

 

Diese Nachricht ist eigentlich keine Überraschung. Russlands Finanzminister Anton Siluanow hat bereits vor einem Monat angekündigt, die amerikanische Währung aus dem Devisenportfolio des Fonds streichen zu wollen. Dabei handelte es sich also nicht um eine leere Drohung.

Die Nachricht, dass der Fonds diesen entscheidenden Schritt zur Umstrukturierung seines Portfolios abgeschlossen hat, fällt auch mit dem sprunghaften Anstieg der Ölpreise am Dienstag zusammen, der durch das neuste „OPEC-Drama“ ausgelöst wurde.

 

Russland entfernt den Dollar aus seinem Staatsfonds, erhöht die Anteile an Euro, Gold und Yuan

 

Der Anteil des US-Dollars im nationalen Wohlstandsfonds Russlands wurde von 35 % auf null reduziert, das britische Pfund wurde unterdessen auf 5 % gekürzt. Ausgebaut hat man dagegen die Anteile des Euro und des Yuan, die sich nun auf 39,7 % bzw. 30,4 % belaufen. Der japanische Yen macht noch 4,7 % des Fonds aus, während der Goldanteil sich offiziellen Angaben des Finanzministeriums zufolge auf 20,2 % beläuft.

Das Ministerium hat zudem erklärt, dass der Yuan und der Euro als „Währungen der wichtigsten ausländischen Wirtschaftspartner Russlands“ als Alternative zum Dollar betrachtet werden, während Gold als Asset angesehen wird, „welches die Investitionen des Fonds vor den Inflationsrisiken schützt“.

Die Entscheidung des Staatsfonds passt auch zur Strategie der russischen Zentralbank, die ihre Dollarreserven zu Gunsten von Gold reduziert.

 

Russland besitzt erstmals höhere Goldreserven als Dollarreserven

 

Der Trend zur Entdollarisierung ist eine reale Gefahr für die Dominanz der US-Währung, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, als sie offiziell das britische Pfund ablöste, als weltweite Reservewährung dient.

Die Entscheidung des Staatsfonds, sämtliche US-Assets aus seinem Portfolio zu tilgen, ist mit Sicherheit alarmierend, aber sie ist nur ein Baustein in der Strategie Russlands, den Dollar zu unterminieren. Die Vorherrschaft der US-Währung basiert größtenteils auf ihrer Rolle als globales Tauschmittel im internationalen Handel. Vor einigen Monaten ist der Anteil des US-Dollars an den russischen Exporten erstmals auf weniger als 50 % gesunken. Dieser Trend besteht bereits seit 2014, als die US-Regierung unter Obama im Zuge der Annektierung der Krim Sanktionen gegen Russland erlassen hat.

 

Russland hat den Anteil des Dollars an seinen Exporten seit Beginn der Sanktionen reduziert

 

Das ist die vielleicht größte Bedrohung: Wenn der US-Dollar seinen Status als bevorzugtes Zahlungsmittel im globalen Handel verliert, werden die internationalen Zentralbanken weniger Anreiz haben, ihn in ihren Reserven zu halten, da die allgemeine Nachfrage nach der amerikanischen Währung abnimmt.