In einer Zeit, in der sich die Finanzinstitute zunehmend von den Fiatwährungen ab- und den Kryptowährungen zuwenden, lohnt es sich, dass wir uns eine Tatsache ins Gedächtnis rufen: Für die Zentralbanken gibt es kein digitales Gold. Nur Gold.

In Zeiten beispielloser wirtschaftlicher und sozialer Verwerfungen wächst das Interesse der Zentralbanker für Gold weiter und bietet einen Lichtblick für den traditionellen sicheren Hafen, während das Interesse der Investoren abebbt. Nach Angaben des World Gold Council (WGC) erhöhten sich die offiziellen staatlichen Goldreserven in der ersten Jahreshälfte 2021 um 333,3 Tonnen. Der Zuwachs lag damit 39 % über dem 5-Jahres-Durchschnitt für diesen Zeitraum. Umfangreiche Käufe durch Thailand, Ungarn und Brasilien stachen hervor. Die WGC-Analystin Louise Street geht davon aus, dass die Goldkäufe der Notenbanken dem Markt Unterstützung bieten werden, wenn sie auf dem aktuellen Niveau fortgesetzt werden.

 

Die Goldkäufe der Zentralbanken haben sich im ersten Halbjahr stark erhöht.

 

Leider war das letzte Jahr nicht freundlich zu Gold und nachdem das Edelmetall in der Phase des Hyper-Gelddruckens der Corona-Pandemie auf über 2000 $ geklettert war, ist sein Kurs stetig gesunken, bis auf etwa 1750 $, während der globale Anstieg der Inflationsraten die Zentralbanken gezwungen hat, eine Straffung ihrer Geldpolitik einzuleiten.

 

 

Doch für mindestens eine Zentralbank ist der anhaltende Abwärtstrend am Goldmarkt eine willkommene Nachricht: Nach Angaben der polnischen Zeitung Gazeta Wroclawska plant Adam Glapinksi, Gouverneur der Zentralbank Polens, eine Erhöhung der Goldreserven um 100 Tonnen im nächsten Jahr, um die finanzielle Stabilität des Landes zu untermauern.

Im Interview sagte Glapinski, dass sein Plan umgesetzt werden könnte, wenn seine Amtszeit als Notenbank-Vorsitzender Mitte 2022 verlängert wird. Im gleichen Interview kündigte er jedoch auch an, dass er eine 1.000-Zloty-Note einführen möchte. Dies könnte darauf hindeuten, dass das Gold lediglich als Ausgleich für noch mehr zukünftiges Gelddrucken dienen soll.

Doch was auch immer seine Absichten sein mögen, unter Glapinski haben sich Polens Goldreserven sehr gut entwickelt: Während seiner Amtszeit haben sich die Bestände mehr als verdoppelt und belaufen sich aktuell auf 229 Tonnen.