Vor Kurzem habe ich aufgezeigt, dass der Goldpreis in Euro kürzlich eine historische, über 20 Jahre andauernde, Kursbewegung abgeschlossen hat. Diese Woche wenden wir uns erneut dem Gold- und Silberpreis in Dollar zu, analysieren jedoch weiterhin den jüngsten Ausbruch nach oben und erklären, warum vor der nächsten großen Aufwärtsbewegung mit einer Korrektur bzw. Konsolidierung zu rechnen ist.
Wir beginnen mit einem Chart des Goldpreises, in dem ich einen 53-jährigen Aufwärtskanal identifiziert habe. In den letzten Jahren kam es auf Quartalsbasis zu einem impulsiven Preisanstieg und ein Kerzendocht ragte sogar über die Obergrenze des Kanals hinaus, bevor der Kurs von einem Widerstand zurückgedrängt wurde, der naturgemäß sehr stark sein dürfte. Gold neigt selbst in den stärksten Haussezyklen zu Korrekturen von 20 % bis 30 %, sodass ein Rückgang dieser Größenordnung hier sicherlich nicht überraschen würde. Ein kurzfristiges Absinken in Richtung 4.000-$-Marke und sogar darunter ist nicht auszuschließen. Das würde die Marktstimmung mit Sicherheit dämpfen und wäre tatsächlich gesundes Kursverhalten, wenn wir davon ausgehen, dass die Goldhausse noch nicht vorüber ist.
Das Faszinierende an diesem Chart ist jedoch, dass wir auch erkennen können, wie sich der Preis zu einer „Pole-Flag-Pole“-Formation entwickelt, wobei die Flagge eine mögliche Konsolidierung auf halber Strecke darstellt. Sollte sich diese Symmetrie letztendlich bestätigen, würde Gold wahrscheinlich auch eine impulsive Kursbewegung aus dem Kanal heraus vollziehen, die wiederum der impulsiven Bewegung entspricht, die es vor einem halben Jahrhundert in den Kanal hinein katapultiert hat (etwas, das Sie angesichts der letzten Analyse nicht überraschen dürfte). Während also ein Rücksetzer auf 4.000 $ bevorstehen könnte, wäre anschließend ebenso ein Anstieg auf 12.000 $ und mehr möglich.

Wenden wir uns nun dem Silberpreis und seinem langfristigen Muster „Tasse mit Henkel“ zu: Hier wird deutlich, wie steil sich der Kurs in den letzten Jahren entwickelt hat. Nun dürfte es zu einer sehr starken Korrektur kommen, die das Vertrauen der Edelmetallanleger erschüttern wird. Ganz genau – 48 $ markiert die Oberkante der Tasse mit Henkel, und ist die Linie, um die es geht. Sollte sie halten, wäre das eine zusätzliche Bestätigung dieser Chartformation, und dann würden 100 $ und weit darüber hinaus sehr plausibel erscheinen.

Diese Analyse soll Sie nicht erschrecken, sondern Sie vorbereiten. Auch wenn diese dramatischen Kursverluste vielleicht nicht eintreten, sollten Sie sie dennoch als Möglichkeit im Blick behalten. Dieses Wissen ermöglicht es Ihnen, einen kühlen Kopf zu bewahren und vielleicht sogar davon zu profitieren, indem Sie bei diesen Rücksetzern kaufen, während alle anderen in Panik verkaufen. Sollte Silber wieder unter 50 $ fallen, könnte dies durchaus das letzte Mal überhaupt sein.
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